Pflege und Reinigung eines Keramikgrills

Wer regelmäßig grillt, der kennt die Problematik um das leidige Putzen des Keramikgrills. Sowohl auf dem Rost als auch auf dem Metall haben sich Speisereste eingebrannt und wollen mit Hilfe von Muskelkraft und Küchenschwamm abgeschrubbt werden. So manchen Gasgrill musst du sogar beinahe komplett auseinandernehmen. Bei hochwertigen Keramikgrills ist das zum Glück deutlich einfacher. Erfahre, worauf du bei der Pflege und Reinigung eines Kamados achten musst.

 

Schon vor dem Grillvergnügen an die Reinigung denken

Vorsorge ist besser als Nachsorge. Das gilt nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für das Grillen mit dem Kamado. Wer seinen Rost vor jeder Grillsession vernünftig vorbereitet hat es hinterher leichter, da deutlich weniger Zeitaufwand für das Entfernen von Speiseresten nötig ist. Gerade wenn du Gemüse oder Fleisch ohne ölige Marinade zubereiten möchtest, solltest du den Rost zuvor einfetten.

Bei saftig marinierten Steak Cuts ist das nicht unbedingt nötig aber dennoch von Vorteil. Ideal sind hitzebeständige Öle wie Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl. Gerade Letzteres hat ein sehr dezentes Aroma, das sich auf keinen Fall auf das Grillgut auswirkt. Das Einölen des Rosts im kalten Zustand ist denkbar einfach:

  1. Nimm ein fusselfreies Baumwolltuch und tränke es mit dem Öl deiner Wahl.
  2. Reibe den Rost nun überall mit einem dünnen Ölfilm ein.
  3. Wische Ölnasen ab, die später in die Glut tropfen könnten.
  4. Heize den Grill an. Ölst du deinen Rost zu früh ein, kann das Öl ranzig werden.

Alternativ zum klassischen Speiseöl kannst du den Rost auch mit Trennspray bearbeiten. Ein altes Hausmittel sind auch Kartoffelhälften. Halbiere dazu eine Kartoffel und reibe die Kontaktstellen auf dem Rost mit der Schnittfläche ein. Die Kartoffelmethode eignet sich insbesondere für bereits ölig mariniertes Grillgut. Für Gemüse und Grillgut ohne Marinade sind Öl oder Trennspray die bessere Alternative.

 

Reinigung: So geht’s

Damit dein Kamado optimal funktioniert und du möglichst lang Spaß daran hast, ist die Reinigung vor jeder Nutzung Pflicht. Das Ganze ist aber einfacher als du denkst:

Vor der Nutzung: Entferne die alte Kohle und Asche

Bevor du erneut ein Höllenfeuer entfesselst, muss die alte Asche aus der Keramikbasis weichen. Nur wenn der Brennraum sauber ist, kann die neue Ladung Kohle optimal verbrennen. Zudem hast du so eine bessere Kontrolle über die konstante Garraumtemperatur. Alles, was du dazu brauchst, sind Handschuhe, ein Auffangbehältnis, ein Aschehaken und ein Ascheschieber beziehungsweise ein Aschesauger als Alternative.

  1. Hebe zunächst den Grillrost, die Feuerschale sowie den Kohlerost mit der eventuell noch vorhandenen Grillkohle mit den Handschuhen heraus.
  2. Öffne die Aschetür und verwende den Aschehaken, um in der Asche noch nutzbare Holzkohle aufzuspüren. Stichwort: Effizienz.

 

  1. Entferne die im Keramikkorpus verbliebene Asche mit Hilfe des Ascheschiebers und dem Auffanggefäß durch die Aschetür. Alternativ verwendest du einen Aschesauger.
  2. Letzte Reste kannst du mit einem Aschebesen entfernen.

 

[INFOBOX]

Achtung: Bloß keine Reiniger und kein Wasser

Verwende für die Reinigung deines Keramikgrills bitte kein Wasser, um die Asche zu entfernen. Reinigungsmittel sind dabei ebenso tabu wie unnötig. Durch den Einsatz von Wasser saugt sich die Keramik mit Flüssigkeit voll. Speziell, wenn darin Reinigungsmittel enthalten ist, kann sich der Geruch in der Keramik festsetzen und das Aroma der gegarten Speisen beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann die Keramik beim erneuten Anheizen sogar Schaden nehmen.

 

 

Nach der Nutzung: Beseitige verbliebene Speisereste

Es lässt sich kaum vermeiden, dass im Kamado nach langen Grillsessions Speisereste zurückbleiben. Vor der nächsten Grillparty müssen diese ebenso weichen wie Fett und Ruß, die sich auf den Oberflächen der Keramik abgesetzt haben. Glücklicherweise erledigt dein Keramikgrill einen Großteil der Arbeit von allein. Das Zauberwort lautet Pyrolyse.

Unter Pyrolyse versteht man umgangssprachlich das Ausbrennen des Keramikgrills. Bei Temperaturen über 200 Grad Celsius werden Speisereste und Fette weggebrannt und verwandeln sich in Gas. Hier gilt: Je heißer, desto besser. Heize deinen Keramikgrill dazu auf ca. 300 Grad Celsius auf und lass den Grill 15 Minuten sein Werk verrichten.

Nachdem der Grill abgekühlt ist, kannst du verbliebene Spuren mit einem trockenen Tuch auswischen. Den (zuvor hoffentlich gut vorbehandelten) Rost bearbeitest du im noch warmen Zustand mit einer Grillrost-Spiralbürste. Im erkalteten Zustand kannst du auch einen Stahlwolleschwamm verwenden.

 

Wartung und Pflege eines Keramikgrills

Ein hochwertiger Grill verlangt auch abseits des Grillvergnügens nach etwas Zuwendung durch den Grillmeister oder die Grillmeisterin. Es schadet also nicht, wenn du ab und an einmal mit einem feuchten Tuch von außen über die Keramikteile und Armaturen wischst.

Die beweglichen Metallscharniere des Deckels können zudem ab und an auch etwas Schmierung vertragen. Ideal ist ein leichtes Kriechöl wie beispielsweise das für viele Anwendungszwecke geeignete WD-40-Spray. Ebenso wie die Scharniere solltest du auch die Metallbänder mindestens einmal jährlich auf ihren Sitz kontrollieren und nachfetten.

 

Pflege des Thermofilz

Während sich die Keramik durch die Pyrolyse selbst reinigt, musst du selbst ein Auge auf den Thermofilz haben. Dieser ist sowohl am Deckel als auch am äußeren Rand der Außenschale montiert und sorgt für eine optimale Hitzeisolation. Achte darauf, dass du Speisereste gleich von Beginn an vom Thermofilz fernhältst. Sollte doch einmal etwas darauf geraten, wische es mit einem feuchten Tuch unmittelbar ab.

Nichtsdestotrotz ist nach einer Weile ein neues Filzband fällig. Montiere dazu gemäß den Angaben des Herstellers den Deckel ab und entferne den alten Thermofilz mitsamt seinen Kleberesten. Klebe dann das neue Band auf. Achte darauf, dass das and zum inneren Rand keinen Überstand hat. Ebenfalls wichtig: Lege den Thermofilz nicht zu straff an, da sich dieser bei der erstmaligen Hitzeeinwirkung etwas zusammenzieht.

 

Schimmelbildung im Keramikgrill vorbeugen

Wenn du deinen Keramikgrill eine Weile nicht verwendest, kann es passieren, dass das Gerät im Inneren Schimmel ansetzt. An sich ist das kein Problem. Durch das ordentliche Aufheizen hat sich der Schimmel dank Pyrolyse schnell erledigt. So weit muss es allerdings nicht kommen. Entferne dazu einfach das Abluftventil aus dem Keramikschornstein und lass alle Zuluftventile weit offen stehen. So findet ein dauerhafter Luftaustausch statt und Schimmel hat keine Chance.

 

So bringst du deinen Kamado über den Winter

Keramikgrills sind hohe Temperaturschwankungen gewöhnt. Nicht umsonst liegt der Nutzungsbereich zwischen 70 Grad Celsius und 400 Grad Celsius. Wenn du also keinen geschützten Garagen- oder Kellerraum als Winterquartier für deinen Kamado findest, ist das kein großes Problem.

Entferne einfach alle witterungsanfälligen Zubehörteile aus Metall und lagere sie drinnen. Die fest angebrachten Metallteile ölst du vor dem Winter noch einmal ein, um sie vor der Witterung zu schützen. Alternativ kannst du auch spezielle Witterungsschutzprodukte verwenden. Decke den Keramikgrill abschließend noch mit einer Grillhaube ab und schon ist dein Kamado winterfest.

Und nicht vergessen: Durch seine Isolationseigenschaften eignet sich ein Keramikgrill ebenfalls hervorragend für das Wintergrillen bei eisigen Temperaturen. Wer seinen Keramikgrill also nicht komplett einmottet, kann auch zu Weihnachten oder Silvester eine spontane Grillsession einlegen.

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